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Der Blick dahinter

Manchmal sehen wir einen Menschen und glauben, wir wüssten etwas über ihn.

Wir sehen, wie jemand lebt. Wie jemand spricht, funktioniert oder auftritt. Und aus dem, was sichtbar ist, entsteht ziemlich schnell eine Geschichte, die wir uns erzählen.

Aber Menschen bestehen nicht nur aus dem, was man von außen sieht oder auf den ersten Blick wahrnimmt.

Da sind innere Stimmen. Alte Regeln. Ängste. Erfahrungen. Strategien, die irgendwann notwendig waren. Dinge, die passiert sind und bis heute mitreden. Und irgendwann vielleicht die Frage:
Was davon bin eigentlich ich?

Eine Ausstellung in 5 Bereichen

Erster Eindruck

… was denken die anderen?

Mein Wunsch

Was denke ich? Mein Wunsch an den (ersten) Eindruck der BesucherInnen …

Was dich praegt

Die Geschichten dahinter …

Erster Eindruck

… reicht erstaunlich oft schon aus.
(Tuschezeichnung Plattendirektdruck 5mm, 84×118,8 cm / A0, 2026)

Was wir sehen. Was wir glauben. Was wir hineinlegen. 

Ein Blick genügt. Und unser Gehirn beginnt, eine Geschichte zu erzählen. Oftmals ist dieser erste Blick bereits stark auf wesentliche Merkmale reduziert und weit entfernt vom sog. großen Ganzen.

Wir nehmen einen Gesichtsausdruck wahr, eine Körperhaltung, eine äußere Erscheinung. Innerhalb von Sekunden ordnen wir ein, bewerten, ziehen Schlüsse. Nicht unbedingt, weil wir oberflächlich sind, sondern weil unser Gehirn darauf ausgelegt ist, Komplexität zu reduzieren und möglichst schnell Orientierung zu schaffen.

Dabei greifen wir auf Erfahrungen, erlernte Überzeugungen, gesellschaftliche Normen und unbewusste Denkmuster zurück. In der Psychologie sprechen wir unter anderem von Schemata, impliziten Vorurteilen und dem Bestätigungsfehler: Wir nehmen bevorzugt wahr, was zu unseren bereits bestehenden Vorstellungen passt.

Wir sehen also nicht nur den Menschen vor uns. Wir sehen auch das, was wir über Menschen gelernt haben.

Was wir als befremdlich, unangemessen, sympathisch oder gar bedrohlich empfinden, erzählt deshalb nicht zwangsläufig etwas über unser Gegenüber. Es kann ebenso viel über unsere eigenen Prägungen, Ängste und Wertvorstellungen verraten.

Und manchmal verwechseln wir das Gefühl, jemanden durchschaut zu haben, mit tatsächlichem Verstehen.

Das Problem ist nicht, dass wir einen ersten Eindruck haben. Den können wir kaum verhindern.

Entscheidend ist, was wir daraus machen. Ob wir ihn für eine erste Vermutung halten – oder bereits für die Wahrheit.

Denn zwischen dem, was wir sehen, und dem, was tatsächlich ist, liegt manchmal eine ganze Lebensgeschichte.

Und die kennen wir nicht. Noch nicht.

 

Tuschezeichnung erster Eindruck andersart iris zeh

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